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#ausgehetzt - Demo gegen eine Politik der Angst in München. Foto: Journalismusblog.news
#ausgehetzt - Demo gegen eine Politik der Angst in München. Foto: Journalismusblog.news

#ausgehetzt-Demo in München – Mutbürger gegen Rechts

Unter dem Motto #ausgehetzt versammelten sich mehr als 25.000 Menschen auf dem Münchner Königsplatz und demonstrierten gegen eine Politik der Angst und Ausgrenzung – „Gegen dummen Wahlkampf-Populismus“.

Die Demonstration organisierten Gewerkschaften, Sozialverbände, kirchliche Gruppen, Schulen, Universitäten und Kulturschaffende. Insgesamt 130 Organisationen, darunter zwei bekannte Münchner Theater. Ihr gemeinsames Motto „#ausgehetzt“ richtete sich vor allem gegen die CSU-Flüchtlingspolitik.

In einer Nacht- und Nebelaktion ließ die Partei in der Stadt Plakate aufhängen mit dem Aufdruck: „Ja zum politischen Anstand! Nein zu #ausgehetzt. Bayern lässt sich nicht verhetzen!“.

„Eine Unverschämtheit“, sagt ein junger Demo-Teilnehmer ins ARD-Mikrofon. „Wegen des Regens wollte ich nicht kommen. Dann habe ich diese CSU-Plakate gesehen – das die uns mit Anstand kommen – dann bin ich extra deswegen nochmal aufgetaucht.“

„Die CSU hat Angst“, kommentiert Heribert Prantl in SZ.de „Die Volkspartei hat den Bezug zu einem Teil des Volks verloren.“

„Ich bin der Meinung“, sagte eine Demonstrantin, „dass Millionen junger Leute den Preis für den Irrsinn der Mächtigen zahlen müssen.“

Die ältere Frau spricht ruhig und schaut mit entschlossenem Gesicht in die Kamera.

Was sie sagt, trifft es auf den Punkt. Die Politik der Mächtigen scheint den Verstand verloren zu haben.

Kreuze gegen Minarette. Kirchen gegen Moscheen. Jesus gegen Mohammed. Kippa gegen Kopftuch. 

Fundamentalisten gegen Andersgläubige. Flüchtlinge werden als „Asyltouristen“ verächtlich gemacht.

Es scheint, als habe die viel gepriesene Wertegesellschaft ihren Halt verloren.

München macht aber Hoffnung. Mut- gegen Wutbürger. Immer mehr Menschen stehen auf, engagieren sich für eine bessere Welt. Gehen gemeinsam auf die Straße, um der Hass-Gesellschaft die Grenzen zu weisen.

Die Parteien sollten sich fürchten, vor einer Zivilgesellschaft, die ihre Stimmen erhebt. Menschen mit Verstand, die künftig Parteien abwählen werden, die mit Angst Politik machen oder sich von Rechtsaußenpopulisten vorführen lassen.

München war auch und ist vor allem eine Absage an Regierungsbündnisse mit Rechtspopulisten oder Autokraten.

Die Regierungen in Wien, Rom, Budapest und München haben in den vergangenen Wochen eindrucksvoll demonstriert, wie uneins die neue Rechte sein kann, wenn es um gemeinsame Entscheidungen geht. Jeder ist sich da der Nächste. Man schottet sich ab. Nationale Interessen sind stärker als europäische.

Die USA wird von einem Mann regiert, der weder Halt noch Verstand zu haben scheint.

Die Welt-Politik verneigt sich vor ihm. Vor seiner Macht, seiner Geldgier, seiner Unberechenbarkeit. Einflussreiche Regierungschefs lassen sich von den Trumps dieser Welt am Nasenring in allen Himmelsrichtungen über die Erdkugel ziehen.

Politik sollte dem Wohle der Menschen dienen. Da gäbe es viel zu tun. Gefragt sind neue politische Ideen. Stehen wir gemeinsam auf, für eine neue Wertegesellschaft, die diesen Namen auch verdient hat. Diskutieren wir offen über neue Modelle der Demokratie. Jetzt.

#ausgehetzt

Von
Knut Kuckel

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→ Tirol.bayern - Grenzgänger und Gipfelstürmer

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Von Knut Kuckel